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Demokratie braucht Demokraten.

Doch lieber einen starken Führer?

Weltweit ist nur ein Fünftel eindeutig von der repräsentativen Demokratie überzeugt. Von Tanya Shoshan | 26.10.2017

(...)„Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind…“. Schon das berühmte Bonmot Winston Churchills besagt: die Demokratie ist kein non plus ultra. In Zeiten aber, in denen autoritäre Tendenzen weltweit einen Aufschwung erleben, kommt immer öfter die Frage auf:

Wieviel Unterstützung genießt die Demokratie überhaupt noch?

Eine Erhebung des Pew Research Center in 38 Ländern zu dieser Frage erscheint zunächst erfreulich: Weltweit sind 70 Prozent aller Befragten vollends oder mehr oder weniger von der repräsentativen Demokratie überzeugt, 13 Prozent halten sie für keine gute Regierungsform. Allerdings trübt ein Blick auf die Meinungen zu undemokratischen Alternativen den positiven Eindruck: Etwa ein Viertel aller Befragten beurteilt eine Militärregierung oder die Herrschaft eines starken Führers als gute Staatsform. 50 Prozent könnten sich auch eine Expertenregierung als Alternative zur repräsentativen Demokratie vorstellen.

Ein Armutszeugnis für die Demokratie also? Erhebt man nur die Anzahl der Menschen, die ausschließlich die repräsentative Demokratie als Staatsform befürworten und eine Regierung durch das Militär, Experten oder eine einzelne Führungsperson ablehnen, so schrumpft die eindeutige Befürwortung der Demokratie in der Tat auf schlappe 23 Prozent.

In Deutschland unterstützen 49 Prozent die repräsentative Demokratie als Staatsform und lehnen alle nichtdemokratischen Alternativen ab, 42 Prozent halten die repräsentative Demokratie für gut, können sich aber auch eine der undemokratischen Führungen vorstellen. Fünf Prozent der Deutschen lehnen die repräsentative Demokratie komplett ab und wünschen sich eine Experten- oder Militärregierung, oder einen Führer.

Die Erhebung zeigt außerdem, dass sich vor allem im rechten Lager signifikant stärkere Unterstützung für eine starke Führung durch eine Einzelperson manifestiert. Was bedeuten diese ernüchternden Ergebnisse für das politische Handeln? Vor dem Hintergrund des Einzugs der AfD in den Bundestag und dem Erstarken rechtspopulistischer Parteien in ganz Europa sind die Ergebnisse Anlass zur Wachsamkeit. Die Studie zeigt: Weltweit ist die Bereitschaft der Bevölkerung, nichtdemokratische Regierungsformen zu unterstützen, nicht zu unterschätzen.

Fragen:

  1. Wieviel Menschen sind weltweit, nach diesem Artikel, von der Demokratie als Staatsform überzeugt?

  2. Welcher Prozentsatz der Bürger unterstützt nach dem Autor die Demokratie in Deutschland?

  3. Welche Schlussfolgerung zieht der Autor?

Analysieren Sie die These: “Demokratie muss jeden Tag geschaffen werden, sonst entsteht die Diktatur automatisch.” Nehmen Sie Stellung.

Unité pédagogique d'après https://www.ipg-journal.de/aus-dem-netz/artikel/doch-lieber-einen-starken-fuehrer-2391/

mit freundlicher Genehmigung der Redaktion redaktion@ipg-journal.de

 

Vokabeln:

 

1.abgesehen: à part

2.aus/probieren (er probiert aus, er hat ausprobiert): essayer

3.die Tendenz: la tendance

4.der Aufschwung: la reprise

5.die Unterstützung: le soutien

6.genießen: profiter de

7.überhaupt: d'une façon générale, en somme

8.die Erhebung: l'enquête

9.erfreulich: réjouissant

10.vollends, ganz: tout à fait

11.überzeugt sein: être convaincu

12.den Blick trüben: troubler le regard

13.der Eindruck: l'impression

14.beurteilen: juger, estimer

15.vor/stellen (er stellt vor, er hat vorgestellt): imaginer

16.das Armutszeugnis: un très mauvais résultat

17.ausschließlich: exclusivement

18.ab/lehnen, lehnt ab, lehnte ab, hat abgelehnt: refuser

19.schrumpfen: rétrécir

20.schlapp: mou

21.außerdem: en outre

22.bedeuten: signifier, vouloir dire

23.ernüchternd: décevant

24.der Anlass: l'occasion

25.die Wachsamkeit: la vigilance

26.die Bereitschaft: la disposition

27.unterschätzen: sous-estimer

 

 

 

 

Hier kommt der Ausschnitt im Original: